Litha

Litha – Sommersonnenwende

 21. Juni 2021 um 05:31 Uhr 

Alban Hevin..oder auch Litha genannt… 

wie im keltischen die Sommersonnenwende genannt wird…..
….oder auch das Johannisfeuer – Mittsommer
Es ist die warme Sommerzeit, die Erdgöttin war schwanger und es konnten schon viele Kräuter und Früchte geerntet werden. Es war daher ein reines Freudenfest, wenn die Kelten dieses Fest zwölf Tag feierten, wenn man bedenkt, wie hart und schwierig das Leben in dieser Zeit war. 
 

 

 

 

 

Auch hier wurde ein großes Freudenfeuer entfacht, um den Dank und der Freude Ausdruck zu verleihen.

Die Frauen brauten aus Kräutern starkes und auch aphrodisierendes Bier, um das Feuer wurde getanzt, es wurde übersprungen und dabei Liebesschwüre ausgesprochen. Je später die Nacht wurde, um so wilder wurden die Tänze, umso rauschhafter. Die Menschen waren nackt um, umkränzt mit einem Gürtel aus Artemesia (Beifuß) oder auch aus Eisenkraut, welches besonders für die „Stärkung des männlichen Gliedes“ stand. Die Frauen trugen Kränze aus Blumen und Kräuter wie Johanniskraut, Gundermann und auch Eisenkraut. Dies um die Ekstasefähigkeit zu steigern und die Hellsichtigkeit zu stärken. Anders wie in heutiger Zeit, war die Nacktheit eine ganz natürliche, rituelle Nacktheit, ein heiliger Zustand und Verbindung zum Ursprünglichen.

Die Druiden warfen Bärlapp-Sporenstaub in das Feuer, welches ein besonderer Licht- und Explosionseffekte hervorbrachte und der Feier einen besonderen Reiz gab.

Am Tag der Sommersonnenwende wurde bei den Kelten dem Naturgott Cerunnos gehuldigt, welcher auch der Gehörnte genannt wurde und im germanischen lautet sein Name Freyr.

Cerunnos steht für sehr viele Bereiche der irdischen Welt und er ist der Herr der Tiere….ein treuer Begleiter großen Erdengöttin.

Er ist der Gott:

  • der Krieger
  • der Liebe
  • der Zeugungskraft
  • der Fruchtbarkeit
  • der schöpferischen Naturkräfte
  • der Natur
  • des Waldes
  • der Reinkarnation
  • der Kreuzwege
  • des Wachstums
  • des Wohlstandes und Reichtums

Dem Gehörnten zu huldigen, bedeutete die eigene Lebenskraft und Fruchtbarkeit zu steigern. Aus ihm spricht die ungebändigte Natur, das Wilde und die Freiheit eines jeden Einzelnen, als Teil des Kreislaufes in dieser Welt.

Es ist eine Zeit, ähnlich wie bei der Wintersonnenwende, dass man zwischen die Welten sehen kann. Die Ahnen sind uns ganz nahe, aber auch die Naturwesen lassen sich in dieser Zeit vermehrt sehen. Man muss nur die Augen und Sinne offen haben.

Auch heute wird noch vielerorts dieses Fest gefeiert, allerdings vermehrt in den skandinavischen Ländern. Aber ich bemerke in den letzten Jahren immer mehr, dass auch hier, vor allem im Alpenland, dieser alte und schöne Brauch wieder auflebt unter anderem mit dem Brauch, den ersten Kräuterbuschen und/oder Haarkranz zu binden. In diesen Strauß kamen all die Kräuter hinein, welches diesen Tag und die längste Nacht ehrten. Wer möchte, kann sich gerne aus diesen Kräutern eine Buschen und/oder Kranz binden:

Margerite
– Bärlapp
– Beifuß
– Kamille
– Klette
– Königskerze (Sonnenwendblume)
– Ringelblume
– Eisenkraut
– Arnika
– Johanniskraut

 

Natürlich gehören auch Rituale zu dem Fest und wer möchte, kann gerne dieses kleine Ritual bei sich daheim auch ausüben:

Man braucht einige Zettel (je nachdem, wie viele Wünsche man hat) und Stift und schreibt auf, was man in seinem Leben gerne einladen oder loslassen möchte. Und bitte….dies ist ganz wichtig….immer sehr positiv schreiben! Dann die Zettel den Elementen übergeben….ich bevorzuge dabei immer das Feuer, da ich zur Hälfte aus Feuer bin. Wer möchte, kann dann noch über das Feuer springen….um sich selber und seine Seele zu reinigen.

Ich persönlich war heute früh schon bei mir im Wald an meinem Naturaltar. Dort habe ich in einer kleinen Feuerschale einige Kräuter und auch meine Zettel mit Wünschen in das Feuer geben (natürlich in aller Vorsicht und mit aller Sorgfalt), um meinem Wunsch des Loslassens und der Annahme des Neuen zu verstärken. Und vor allem meinen Ahnen zu danken…für das, was sie mir mitgegeben haben…für das, was sie mich gelehrt haben…für meine Kinder und Enkelkinder.

Dies war:

  • Artemisia (Beifuß)
  • Johanniskraut
  • Holunder

Natürlich könnte Ihr Eure ureigensten Kräuter dafür nehmen….hört einfach auf Euer Gefühl.

Auch in diesem Jahr können wir dieses wunderschöne Fest nicht so feiern können, wie wir es wollen…mit einem großen Feuer…mit Tanz und Gesang…mit Met und Umarmungen der Freude und Liebe. Zu groß ist die Angst in uns gesetzt worden…vor diesem Virus… der die Welt stehen bleiben lässt. 

Aber gestern habe ich etwas so Schönes erlebt…mein ältester Enkel (15 Jahre alt) hat mich beim gemeinsamen grillen gefragt, wieso ich so tief in meinem Glauben bin…und was das für ein Glaube ist. Er wollte es in allen Einzelheiten wissen und hat mich gefragt, ob ich ihn einmal mit in den Wald zu einem Jahreskreisfest mitnehmen würde. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie stolz ich auf ihn war und bin. 

Wir sollten alle unsere Kinder dieses alte Brauchtum weitergeben…ihnen die Werte der Natur und Menschlichkeit ihr gegenüber vermitteln…ohne Druck…ohne eine Kirche, die Dinge verlangt, die zum Teil gegen die Natur und Menschlichkeit ist. Kinder wissen so viel…Kinder wollen lernen…und wenn man ihnen ohne Druck und Verboten etwas beibringt…wenn man ihnen zeigt und vorlebt, wie es ist, die Natur und Gaia zu ehren…dann werden sie früher oder später dies verinnerlichen…sie werden es an ihre Kinder weitergeben…ob nun bewusst oder unbewusst!

Ich wünsche Euch nun ein wunderschönes Litha-Fest…genießt diesen Tag, genießt den Sommer…genießt die Wärme…genießt das Leben, aber denkt auch daran, dass nun wieder die Tage kürzer werden und die Dunkelheit hat sich auf den Weg gemacht und die Tage werden nun wieder kürzer.